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Sommer mit Stil

Unterwegs mit der MS Sans Souci
Fantastische Aussichten garantiert Ihnen diese Reise entlang der Elbe – so steht es im Reiseprospekt für diese Fahrt mit der MS Sans Souci ab Berlin-Spandau bis zur tschechischen Hauptstadt Prag. Und um es vorweg zu sagen: Diese Aussage stimmt und wurde durch das dazu passende gute Wetter noch übertroffen.

Klein und fein kann man das Schiff umschreiben. Es wurde im Jahr 2000 in Dienst gestellt, kann max. 80 Passagiere aufnehmen und hat 25 Besatzungsmitglieder. Eine überschaubare Gästezahl die eine persönliche und familiäre Atmosphäre garantiert. Das große PLUS dieses Schiffes neben den 4-Sterne Plus in der Einstufung.

Alle Außenkabinen sind wohnlich ausgestattet und auf zwei Decks verteilt. Zur Standardausstattung der Kabinen gehören neben einem Panoramafenster auch SAT-TV, Safe, Klimaanlage sowie ein Bad mit Dusche, WC und Haartrockner. Die zwei Einzelbetten lassen sich tagsüber in eine Sitzgruppe verwandeln. Die Kabinen sind mit ca. 12 m2 kleiner als bei einigen Mitbewerbern, bieten aber alles was der Gast braucht - jedoch auf Sauna und Wellness-Behandlungen muss der Gast auf der Sans Souci verzichten. Dafür kann das kleine wendige Schiff wegen der idealen Abmessungen auch entlegene Flussregionen ansteuern, die anderen Schiffen verwehrt sind. In der Lobby befinden sich die Rezeption und eine Leseecke. In der Panorama-Lounge ist auch die Bar untergebracht. Die Lounge bietet Gelegenheit in gemütlicher Runde die Landschaft vorbeiziehen zu lassen. Das geräumige Sonnendeck mit drei Segeln bietet genügend Platz für alle Gäste.

Buffet-Gänger müssen sich auf der Sans Souci umstellen. Im Gegensatz zu anderen Anbietern gibt es nur am Morgen ein Frühstücksbuffet. Mittags und am Abend werden zu festen Tischzeiten und an festen Plätzen ein drei- oder viergängiges immer schmackhaftes Menü serviert. An einem Abend wird zum Gala-Dinner mit dem Kapitän eingeladen und jeden Nachmittag findet eine Kaffee- und Teestunde mit Kuchen statt.
Bei den Getränken ist der Kaffee/Tee/Saft morgens bzw. nachmittags im Preis inbegriffen. Alle anderen Getränke zu den Tischzeiten oder an der Bar oder in der Lounge werden extra berechnet. Dabei sind die Preise im durchaus normalen Bereich: Ein 0,4 Radeberger Pils für 2,80 €, ein Cappuccino für 2,30 €, 0,2 Mineralwasser 1,80 €, offener Wein 0,25 ab 4,50 € und Cocktails ab 4,50 €.

Der Kapitän Peter Grunewald ist auch gleichzeitig der Schiffseigner des unter deutscher Flagge fahrenden Schiffes. Er arbeitet mit renommierten Reiseveranstaltern wie z.B. Dertour oder Plantours zusammen, die das Schiff im Vollcharter vermarkten.

Unsere Reise beginnt in Berlin-Spandau mit einer wundervollen Panormafahrt am späten Nachmittag auf der Havel und den mit ihr verbundenen Kanälen bis hin zur Schleuse Wusterlitz. Hier macht das Schiff fest um am nächsten Morgen die Fahrt fortzusetzen. Den größten Teil der Passagen fährt die MS Sans Souci bei Tag. Sie bietet dadurch nicht nur schöne Aussichten sondern sorgt dadurch auch für eine gute Nachtruhe der Gäste. Am frühen Morgen startet das Schiff über Burg und Hohenwarthe in Richtung Magdeburg. Es besteht die Gelegenheit an Ausflügen nach Quedlinburg und Magdeburg teilzunehmen. Die meisten Ausflüge sind so organisiert, dass man bei einem Stopp das Schiff verlässt, mit einem Bus zum Ausflug abgeholt wird und am nächsten Haltepunkt wieder an Bord geht. Die Ausflüge sind gut organisiert und bewegen sich preislich zwischen 15 €und 39 €.

Am Morgen des dritten Tages startet die Sans Souci zum Frühstück in Magdeburg und steuert Wörlitz und Wittenberg an. Zwei wunderschöne Ziele mit dem Landschaftspark und der Wiege der Reformation. Bei schönem Wetter lernen die Teilnehmer unseres Ausfluges beide Orte mit ihren Sehenswürdigkeiten kennen. So besuchen wir u.a. das Lutherhaus und die Marienkirche.

Am späten Abend macht das Schiff schon in der geschichtsträchtigen Stadt Torgau fest. Hier ist bis zum nächsten Mittag Zeit die Burg mit ihren berühmten Bären, Markplatz und Marienkirche zu erkunden. Am späten Vormittag ist sogar Gelegenheit an einem halbstündigen Orgelkonzert teilzunehmen. Zum Mittagessen fährt die Sans Souci weiter in Richtung Meißen. Dort kommen wir gegen 22.00 Uhr an und genießen zum ersten Mal die Ansicht auf den beleuchteten Burgberg. Am nächsten Morgen steht dann eine Stadtbesichtigung an zu der natürlich auch ein Besuch in der Porzellanmanufaktur gehört.

Das Schiff hat sich in der Zwischenzeit schon auf den Weg nach Dresden gemacht wo wir dann mittags wieder einchecken und den ganzen Nachmittag und den Abend Zeit haben die Kulturmetropole mit ihren vielen Highlights zu besuchen. Am frühen Morgen des Folgetages heißt es dann Abschied nehmen von Dresden.

Bei der Fahrt unterqueren wir das Blaue Wunder und passieren Schloss Pillnitz. Dort steigen die Gäste aus, die das Schloss mit seinen wunderbaren Gartenanlagen besuchen wollen. Mit dazu gehört natürlich auch die berühmte Kamelie aus dem Jahr 1801, die erst am Vortag ihr Glashaus verlassen konnte. Phantastische Aussichten bietet im Anschluss die Fahrt auf die Bastei mit ihrem Labyrinth von Felsen. Dann geht es weiter nach Bad Schandau und unser Schiff nimmt uns wieder auf für die weitere Panoramafahrt Richtung tschechische Grenze. Dabei passieren wir die kleine Stadt Decin mit ihrem Schloss.

Am Abend steht dann das Gala-Dinner an. Die Küche hat sich noch einmal ins Zeug gelegt und ein sechsgängiges Menü kreiert. Vorher hat der Kapitän zum Cocktail geladen.

Am nächsten Morgen erreichen wir Melnik. Leider endet für das Schiff die Fahrt hier. Eine Schleuse kann kurzfristig nicht repariert werden und hindert uns daran bis nach Prag hineinzufahren. So haben wir Gelegenheit am Vormittag Melnik zu erkunden und fahren direkt nach dem Essen mit dem Bus nach Prag um die „goldenen Stadt“ – die kulturelle Schatzkiste aus Gotik und Barock zu besuchen.

Am nächsten Morgen heißt es dann für alle Abschied nehmen. Der Streik der Bahn hat dabei für die Reiseleitung und die Schiffsorganisation noch einmal vor neue Herausforderungen gestellt. Aber für alle Gäste werden adäquate Lösungen gefunden. So steige ich von der Bahn auf das Flugzeug um und werde in aller Frühe zum Flughafen Prag gebracht.

Alles in allem eine sehr schöne Reise mit persönlicher Atmosphäre und einer herrlichen Route.

Karl-Josef Heinrichs